<!-- Geldfluss 3 – das kleine Unternehmen: Preis, Gewinnschwelle und Geldflüsse · Pecuvo -->
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Block III · Geldfluss · Modul 18

# Geldfluss 3 – das kleine Unternehmen: Preis, Gewinnschwelle und Geldflüsse

## Einstieg in das Modul

**Ein Satz:** Ein Unternehmen lebt, wenn der Preis alles deckt und das Geld früher eintrifft, als du es auszahlen musst – deshalb rechnet man ein kleines Unternehmen zuerst auf Papier durch und startet es erst danach.

**Kapitel:**

1. Was es mich kostet: direkte und indirekte Kosten
2. Was ein guter Preis ist
3. Bei null: die Gewinnschwelle
4. Drei Hebel: wie sich die Gewinnschwelle verschiebt
5. Gewinn und Bargeld sind nicht dasselbe: Geldfluss Woche für Woche
6. Wie viel Geld ich zum Start brauche
7. Woher das Geld kommt – und was der Plan ist → Das eiserne Prinzip des Moduls

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## Für die Jüngsten · 6–7 Jahre

🐣 **Die Jüngsten:** Wenn du Limonade verkaufst, kaufst du zuerst Zitronen und Becher. Der Preis für einen Becher muss das Geld dafür zurückbringen. Je mehr Becher du verkaufst, desto mehr Münzen kommen zurück. Wenn du alles zurückbekommen hast, was du ausgegeben hast, ist das, was übrig bleibt, der Gewinn – das, was du behältst.

**Gemeinsam spielen (5 Minuten):** Dein Kind malt 5 Karten und legt fest, wie viele Münzen eine kostet. Zählt gemeinsam, wie viele Karten es zu Hause „verkaufen" muss, um 3 Münzen für das Papier und die Filzstifte zurückzubekommen.

**Eine Frage für den Abend:** „Was würdest du an deinem eigenen Stand verkaufen, und warum?"

**Ein Spiel aus dem Katalog:** PR-02 „Der Limonadenstand auf dem Teppich" — https://pecuvo.eu/igri/katalog/#pr-02 (auf Bulgarisch)

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## Kapitel 1 · Was es mich kostet: direkte und indirekte Kosten

👧 **Kind** Du machst Limonade für 1 € pro Becher. Zitronen, Zucker, ein Becher – das ist das Geld **für jeden Becher**. Aber den Tisch, den du für den Stand gekauft hast, bezahlst du einmal, egal wie viele Becher du verkaufst.

🧑 **Teenager**

- **Direkte (variable) Kosten** – sie wachsen mit jedem verkauften Stück: Rohstoffe, Verpackung, Provision.
- **Indirekte (fixe) Kosten** – du zahlst sie, auch wenn du nichts verkaufst: Miete, Löhne, Buchhaltung, Internet.

Die **Vollkosten** eines Stücks = direkte Kosten + ein Anteil der indirekten Kosten. Wenn du die indirekten Kosten weglässt, sieht dein Preis besser aus, als er ist.

🧔 **Erwachsene** Der häufigste Fehler am Anfang: Es werden nur die Kosten des „Produkts" (Mehl, Kaffee) gezählt, während Miete, das Gehalt der Inhaberin oder des Inhabers, Abschreibung und die „unsichtbaren" Kosten (Bankgebühren, Kartengebühren, Wartung) fehlen; auch die zu zahlende Mehrwertsteuer und andere Steuern werden nicht berücksichtigt. Das Ergebnis ist ein Unternehmen, das viel verkauft und trotzdem Verlust macht. Regel **[P]**: Schreibe mindestens einen Monat lang **jede** Ausgabe auf – das sind deine echten „Preisdaten".

🏗 **Unternehmen:** Plane **dein eigenes Gehalt** als Kostenposten ein. Wenn es nicht im Preis steckt, lebt das Unternehmen auf deine Kosten.

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Mein Preis ist gut, weil er niedriger ist als der der Konkurrenz."
- Wahrheit: Ein Preis ist gut, wenn er **die Vollkosten deckt und einen Gewinn übrig lässt**. Ein niedriger Preis mit Verlust bei jedem Stück ist eine langsame Pleite.

**Wer profitiert?** Wer seine Kosten kennt. Wer sie nicht kennt, bezahlt den „Umsatz" mit der Arbeit anderer.

**Szene für 3D:** ein Becher Limonade, in Schichten geteilt: Zitronen, Zucker, Becher (direkt), und darunter ein Sockel – Tisch, Miete, Zeit (indirekt).

**→ Weiter bei der Quelle**

- Europäische Kommission – „Your Europe: Ein Unternehmen gründen" ✔: https://europa.eu/youreurope/business/lifecycle/starting/index_de.htm
- Beispiel: Bulgarien – Exekutivagentur zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (BSMEPA, ИАНМСП), Informationen für Start-ups: https://sme.government.bg ✔ (auf Bulgarisch). In einem anderen Land: die nationale Agentur oder das nationale Programm für kleine Unternehmen und Start-ups.

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## Kapitel 2 · Was ein guter Preis ist

👧 **Kind** Wenn der Preis sehr hoch ist, kauft niemand. Wenn er sehr niedrig ist, bleibt dir nichts, um neue Zitronen zu kaufen. Du suchst die Mitte.

🧑 **Teenager** Ein guter Preis **[P]**:

1. deckt die **Vollkosten**;
2. lässt einen **Gewinn** übrig – damit das Unternehmen wachsen und eine Reserve haben kann;
3. ist **wettbewerbsfähig genug**, damit sich etwas verkauft;
4. sagt **die Wahrheit über die Qualität** (ein zu niedriger Preis schreckt manchmal ab).

🧔 **Erwachsene** Die Bestandteile eines Preises: Kosten + Gewinn + **Mehrwertsteuer** (wenn du registriert bist) + Rabatte/Provisionen. Die Mehrwertsteuer **ist nicht dein Gewinn** – du ziehst sie ein und führst sie ab ✔ (die allgemeine Regel der Mehrwertsteuer). Rechne deshalb nach der Registrierung deinen Preis **mit** und **ohne** Mehrwertsteuer und prüfe, welchen davon du in deiner Tabelle siehst.

Beispiel (fiktiv): direkte Kosten 0,80 €, Anteil der indirekten Kosten 0,40 €, gewünschter Gewinn 0,30 € → Preis vor Mehrwertsteuer 1,50 €. Kommt die Mehrwertsteuer dazu, zahlt der Kunde einen höheren Preis, und dein Einkommen beträgt 1,50 €.

**Mehrwertsteuer – die EU-Regel.** Die Mitgliedstaaten können Kleinunternehmen von der Mehrwertsteuer befreien, wenn ihr Jahresumsatz in dem Land eine vom Land festgelegte Schwelle nicht übersteigt, die **nicht höher als 85.000 €** sein darf (Richtlinie 2006/112/EG des Rates, Artikel 284 Absatz 1, ersetzt durch die Richtlinie (EU) 2020/285, anwendbar ab dem 1. Januar 2025) ✔. Ein Kleinunternehmen kann die Befreiung auch in anderen EU-Ländern nutzen (die grenzüberschreitende KMU-Regelung), wenn sein gesamter EU-weiter Umsatz unter **100.000 €** bleibt und es in keinem Land, in dem es tätig ist, die nationale Schwelle überschreitet ✔ (Richtlinie 2006/112/EG, Artikel 284 Absatz 2, ersetzt durch die Richtlinie (EU) 2020/285; Europäische Kommission, *Your Europe*, „Mehrwertsteuerbefreiungen", geöffnet am 21.10.2026). Oberhalb der Schwelle wird die Registrierung zur Mehrwertsteuer verpflichtend.

> **Beispiel: Bulgarien** – Ab dem 01.01.2026 ist die Registrierung nach dem Mehrwertsteuergesetz (VATA, ЗДДС) verpflichtend, wenn der Jahresumsatz im Land **51.130 €** übersteigt; der Antrag wird innerhalb von 7 Tagen nach Überschreiten der Schwelle gestellt ✔ (Nationale Agentur für Einnahmen (NRA), „Registrierung nach dem VATA", geöffnet am 21.10.2026).
>
> **Prüfen in deinem Land** – Suche auf der Website der Steuerbehörde nach: der Schwelle für die Mehrwertsteuer-Registrierung von Kleinunternehmen, danach, wie der Umsatz gezählt wird (welcher Zeitraum), der Frist für den Antrag nach Überschreiten der Schwelle sowie dem Normalsatz und den ermäßigten Sätzen der Mehrwertsteuer. *Your Europe* → „Mehrwertsteuerbefreiungen" ist ein neutraler Ausgangspunkt.

🏗 **Unternehmen:** Teste den Preis **nach und nach** (als Experiment), nicht ein für alle Mal.

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Je billiger, desto mehr Kunden."
- Wahrheit: bis zu einem gewissen Punkt. Unterhalb eines bestimmten Preises verlierst du bei jedem Verkauf und verschärfst das Problem.

**Wer profitiert?** Der Kunde – ein fairer Preis; das Unternehmen – ein dauerhaftes Einkommen.

**Szene für 3D:** eine Waage: auf der einen Seite die Kosten als Ziegelsteine, auf der anderen der Preis als Münzen. Das Kind legt Münzen dazu, bis die Waage im Gleichgewicht ist und ein kleiner „Gewinn" übrig bleibt.

**→ Weiter bei der Quelle**

- Richtlinie 2006/112/EG des Rates, Artikel 284, geändert durch die Richtlinie (EU) 2020/285 – EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2020/285/oj ✔ (Text gelesen auf publications.europa.eu, CELEX 32020L0285, für das Modul „Einkommen")
- Europäische Kommission – *Your Europe*, „Mehrwertsteuerbefreiungen": https://europa.eu/youreurope/business/taxation/vat/vat-exemptions/index_de.htm ✔ (geöffnet am 21.10.2026)
- Beispiel: Bulgarien – NRA, „Registrierung nach dem VATA" (ab dem 01.01.2026 verpflichtende Registrierung bei einem Jahresumsatz im Land über **51.130 €**; Antrag innerhalb von 7 Tagen nach Überschreiten): https://nra.bg/wps/portal/nra/taxes/dds-v-balgariya/registratsiya-po-zdds/registraciq-po-zdds ✔ (geöffnet am 21.10.2026; auf Bulgarisch).

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## Kapitel 3 · Bei null: die Gewinnschwelle

👧 **Kind** Wie viele Becher Limonade musst du verkaufen, um das Geld für den Tisch und die Zitronen zurückzubekommen? Nach dieser Zahl fängst du an zu verdienen.

🧑 **Teenager** Die **Gewinnschwelle** ist die Zahl der Verkäufe, bei der **Einnahmen = Kosten** sind – weder Gewinn noch Verlust. Du kommst in drei Schritten dahin:

1. Wie viel bleibt dir aus **einem** Verkauf in der Tasche, nachdem du die direkten Kosten abgezogen hast? (Preis − direkte Kosten = **Marge pro Stück**)
2. Wie viel Geld brauchst du im Monat, nur um die Tür offen zu halten? (die **indirekten Kosten**)
3. Teile die zweite Summe durch die erste – du erhältst die Zahl der Verkäufe, ab der der Gewinn beginnt. (**indirekte Kosten ÷ Marge**)

🧔 **Erwachsene** **Formel:** `Gewinnschwelle (Stück) = monatliche indirekte Kosten ÷ (Preis − direkte Kosten pro Stück)`.

Beispiel (fiktiv): ein Café.

- Preis eines Kaffees: **2,00 €**; direkte Kosten: **0,80 €** → Rohgewinn **1,20 €** pro Kaffee;
- indirekte Kosten pro Monat (Miete, Löhne, Rechnungen, Buchhaltung): **1.800 €**;
- Gewinnschwelle: 1.800 ÷ 1,20 = **1.500 Kaffee im Monat** → auf 30 Tage gerechnet **50 pro Tag** ✔ (berechnet).

Diese Zahl ist die kleinste Zahl an Kunden, die dein Unternehmen braucht. Wenn am Tag 30 Menschen vorbeilaufen und du 50 brauchst – suche einen anderen Preis, eine andere Miete oder einen anderen Ort.

🏗 **Unternehmen:** Berechne sie für **dein Hauptprodukt**; wenn du mehrere hast, nimm einen gewichteten Durchschnitt.

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Wenn ich verkaufe, verdiene ich Geld."
- Wahrheit: Solange du die Gewinnschwelle nicht überschritten hast, decken die Verkäufe nur die Kosten.

**Wer profitiert?** Wer rechnet, bevor er Räume mietet.

**Szene für 3D:** ein Berg mit einem Schild „Gewinnschwelle" am Hang. Das Kind klettert hinauf und sieht, dass es ganz oben grün aufleuchtet.

**→ Weiter bei der Quelle**

- Lokale Ressource (Bulgarien): BASE Program – „Handbuch für ein erfolgreiches Unternehmen" (kostenlos; **nur auf Bulgarisch und Ukrainisch – auf der Website gibt es keine deutsche oder englische Ausgabe**): https://baseprogram.bg/uchebnik/ ✔ (die Adresse wurde am 19.10.2026 geöffnet; zum Herunterladen wird ein Formular ausgefüllt). Für Leserinnen und Leser außerhalb Bulgariens – siehe die lokalen Start-up-Programme in deinem Land.
- Ein kostenloses Lehrbuch zur Kostenrechnung: OpenStax, „Principles of Accounting, Volume 2: Managerial Accounting", Abschnitt 3.2 „Calculate a Break-Even Point in Units and Dollars": https://openstax.org/books/principles-managerial-accounting/pages/3-2-calculate-a-break-even-point-in-units-and-dollars ✔ (geöffnet am 21.10.2026).

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## Kapitel 4 · Drei Hebel: wie sich die Gewinnschwelle verschiebt

👧 **Kind** Wenn es zu schwer ist, 50 Becher zu verkaufen, kannst du: jeden Becher billiger herstellen, ihn ein wenig teurer verkaufen oder weniger für den Tisch bezahlen.

🧑 **Teenager** Die Gewinnschwelle wird von **drei Reglern** bewegt – und von nichts sonst:

1. **dem Preis** (oder dem, was du verkaufst);
2. **den Kosten eines Stücks** – Rohstoffe, Verpackung, Provision;
3. **den fixen Monatskosten** – Miete, Löhne, Rechnungen.

Dreh an einem Regler ein wenig, rechne neu und vergleiche. So siehst du, welcher am besten wirkt.

🧔 **Erwachsene** Beispiel (Fortsetzung): Wenn du den Preis auf 2,20 € erhöhst (Rohgewinn 1,40 €): 1.800 ÷ 1,40 = 1.286 Kaffee (≈ 43 pro Tag) ✔. Wenn du den Lieferanten wechselst und die direkten Kosten auf 0,70 € sinken (Rohgewinn 1,30 €): 1.800 ÷ 1,30 ≈ 1.385 (≈ 46 pro Tag) ✔. Wenn du die Miete senkst und die indirekten Kosten auf 1.500 € fallen (bei Rohgewinn 1,20 €): 1.500 ÷ 1,20 = 1.250 (≈ 42 pro Tag) ✔.

Die Lehre: Das erste Modell ist selten das endgültige. Gewinnen wird, wer es schnell und ruhig verändert – eine kleine Änderung, eine Messung, eine Entscheidung.

🏗 **Unternehmen:** Schreibe die Änderungen und die Ergebnisse auf – das ist dein „Hypothesenprotokoll".

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Entweder habe ich mit meinem ersten Modell Erfolg, oder ich bin nicht fürs Unternehmertum gemacht."
- Wahrheit: Das erste Modell ist selten das endgültige. Der Erfolg liegt in den Wiederholungen.

**Wer profitiert?** Wer sich rechtzeitig verändert.

**Szene für 3D:** ein Schaltpult mit drei Reglern: Preis, direkte Kosten, indirekte Kosten. Das Kind dreht an einem Regler und sieht, wie der Berg niedriger oder höher wird.

**→ Weiter bei der Quelle**

- Steve Blank und Bob Dorf, *The Startup Owner's Manual* (Das Handbuch für Startup-Gründer) – Hypothesen testen ✔ (Blank & Dorf, K&S Ranch, 2012).
- Modul 11 – Businessplan und Hypothesen.

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## Kapitel 5 · Gewinn und Bargeld sind nicht dasselbe: Geldfluss Woche für Woche

👧 **Kind** Du kannst viel Limonade verkaufen, aber wenn das Geld am Freitag kommt und du die Zitronen am Montag bezahlen musst, hast du am Mittwoch nichts zum Arbeiten.

🧑 **Teenager** **Gewinn** ist der Unterschied zwischen Einnahmen und Kosten in einem Zeitraum. **Geldfluss** ist das, was tatsächlich hereinkommt und hinausgeht, und **wann**. Ein Unternehmen kann auf dem Papier Gewinn machen und am Mittwoch trotzdem kein Geld mehr haben.

🧔 **Erwachsene** Ein Arbeitsblatt aus einem kleinen Laden (anonymisiert, mit runden Zahlen) zeigt: **Die Tageseinnahmen sind fast konstant (≈ 500 Einheiten pro Tag)**, aber **die Kosten kommen gebündelt** – Warenlieferungen am Wochenanfang, Löhne und Rechnungen an festen Tagen. Deshalb enden manche Wochen **im Minus** (zum Beispiel −930 Einheiten) trotz stetiger Einnahmen, andere im Plus. Lehre **[P]**:

- Erstelle einen **wöchentlichen** Geldplan, nicht nur einen monatlichen (Modul 9, Kapitel 5);
- verteile die großen Zahlungen (Ware, Löhne, Mehrwertsteuer) über die Zeit, wenn du kannst;
- halte **eine Reserve für die „schlechten" Wochen** bereit (Modul 8, Prinzip 2);
- verfolge, **wie viele Wochen dein Geld reicht** (Modul 8, Prinzip 7).

🏗 **Unternehmen:** Zähle die Tage zwischen „Ich bezahle den Lieferanten" und „Der Kunde bezahlt mich". Je länger sie sind, desto mehr Betriebskapital (Geld für den laufenden Betrieb) brauchst du.

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Wenn der Monat im Plus endet, gibt es kein Problem."
- Wahrheit: Firmen gehen im Gewinn pleite – weil das Geld zu spät kam, nicht weil es keinen Gewinn gab (Modul 8, Prinzip 8).

**Wer profitiert?** Wer die Woche im Blick hat.

**Szene für 3D:** ein Fluss mit einem Staudamm: Der Zufluss (Einnahmen) ist stetig, der Abfluss kommt in Wellen. Wenn der Stausee fast leer ist, öffnet das Kind ein Schleusentor namens „Reserve".

**→ Weiter bei der Quelle**

- Modul 8 – Prinzipien 7 und 8.
- Modul 9 – das Werkzeug, die Wochenbilanz.

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## Kapitel 6 · Wie viel Geld ich zum Start brauche

👧 **Kind** Bevor du einen Stand eröffnest, zähle, was du **zum ersten Mal** kaufen musst – einen Tisch, einen Schirm, ein Schild, die ersten Zitronen.

🧑 **Teenager** **Kosten vor der Eröffnung** sind die Kosten **vor dem ersten Verkauf**: Ausstattung, Umbau, Anfangsgebühren, Lizenzen, Werbung, erste Ware. Dazu kommt das **Betriebskapital** – das Geld, das du brauchst, bis sich das Unternehmen selbst trägt.

🧔 **Erwachsene** Eine Vorlage für die Starttabelle **[P]**: | Gruppe | Beispiele | |---|---| | Möbel und Ausstattung | Geräte, Möbel, Maschinen | | Umbau und Installationen | größere Reparaturen, Einbau | | Anfangsgebühren | Registrierung, Genehmigungen, Lizenzen | | Erste Ware | Rohstoffe, Vorräte | | Werbung zum Start | Schild, Website, Aktionen | | **Betriebskapital** | Miete, Löhne und Rechnungen für **die ersten Monate** | | **Reserve** | für Unerwartetes |

Regel **[P]**: Plane **auf der düsteren Seite** (geringere Einnahmen, langsamere Zahlungen), nicht auf der rosigen. Ein Unternehmen, das den „düsteren" Plan übersteht, übersteht auch den echten.

🏗 **Unternehmen:** Erstelle eine Tabelle mit denselben Zeilen; wenn Pecuvo eine eigene leere Vorlage veröffentlicht, nutzt du sie aus deinem Portemonnaie (Modul 9).

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Startgeld = Geld für Ausstattung."
- Wahrheit: Am häufigsten fehlt das **Betriebskapital** für die ersten Monate.

**Wer profitiert?** Wer nicht „auf Kante" startet.

**Szene für 3D:** ein Koffer, der an der Tür des Unternehmens gepackt wird. Das Kind sieht, dass der Platz für das „Betriebskapital" der größte ist.

**→ Weiter bei der Quelle**

- Europäische Kommission, *Your Europe* – ein Unternehmen gründen ✔ · Beispiel: Bulgarien – BSMEPA (https://sme.government.bg) ✔ (auf Bulgarisch)
- Modul 11 – Programme und Fördermittel.

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## Kapitel 7 · Woher das Geld kommt – und was der Plan ist

👧 **Kind** Wenn du eine große Idee hast, die mehr kostet, als du hast, kannst du um Hilfe bitten – aber du musst klar erklären, was du vorhast.

🧑 **Teenager** Geldquellen für ein Unternehmen **[F]**: **das eigene Geld**, **Familie und Freunde**, **ein Bankkredit**, **eine Förderung/ein Programm**, **ein Investor**, **Vorverkäufe**. Jede hat ihren Preis: ein Kredit – Zinsen; ein Investor – einen Anteil; eine Förderung – Berichte und Regeln.

🧔 **Erwachsene** Der Plan (der Businessplan) ist **eine Geschichte mit Zahlen**: wer der Kunde ist, was das Produkt ist, wie es verkauft wird, was es kostet, wie es finanziert wird. Die Zahlen aus den Kapiteln 1–6 sind sein Rückgrat. Ein weit verbreitetes Gerüst für einen kurzen Businessplan stammt von **Sequoia Capital** (Unternehmenszweck, Problem, Lösung, warum jetzt, Marktpotenzial, Wettbewerb und Alternativen, Geschäftsmodell, Team, Finanzen, Vision) ✔ (Original von Sequoia, geöffnet am 21.10.2026) – öffentlich, nicht von uns. Für Fördermittel und Programme – Modul 11.

Zwei Prinzipien:

1. **Nimm keinen Kredit auf, bevor du deine Gewinnschwelle kennst.**
2. **Lass dich auf keine „garantierten Renditen" ein**, von niemandem – so funktioniert Unternehmertum nicht (das Modul „Betrug, Schneeballsysteme und schnell reich werden").

🏗 **Unternehmen:** Schreibe auf, **woher jeder Euro kommt** – eigenes Geld, Kredit, Förderung – denn jede Quelle hat andere Berichtspflichten.

**Mythos → Wahrheit**

- Mythos: „Die Idee reicht für einen Investor."
- Wahrheit: Ein Investor kauft einen Plan mit Zahlen und die Menschen, die ihn umsetzen.

**Wer profitiert?** Wer den Preis jeder Geldquelle versteht.

**Szene für 3D:** fünf Rohre, die in einen Tank führen; jedes lässt Wasser einer anderen Farbe ein und hat einen Griff mit der Aufschrift „Bedingungen". Das Kind wählt eine Kombination.

**→ Weiter bei der Quelle**

- Lokale Ressource (Bulgarien): BASE Program – „Handbuch für ein erfolgreiches Unternehmen" (kostenlos; **nur auf Bulgarisch und Ukrainisch – auf der Website gibt es keine deutsche oder englische Ausgabe**): https://baseprogram.bg/uchebnik/ ✔ (die Adresse wurde am 19.10.2026 geöffnet; zum Herunterladen wird ein Formular ausgefüllt). Für Leserinnen und Leser außerhalb Bulgariens – siehe die lokalen Start-up-Programme in deinem Land.
- Sequoia Capital – „Writing a Business Plan": https://sequoiacap.com/article/writing-a-business-plan/ ✔ (geöffnet am 21.10.2026).
- Modul 11, Modul 10 (Geldfluss 3) und grants.varnahub.com (für NGOs; auf Bulgarisch).

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## Das eiserne Prinzip des Moduls

> **Bevor du startest, berechne deinen Preis, deine Gewinnschwelle und dein wöchentliches Bargeld. Gewinn ist eine Meinung, Geldfluss ist eine Tatsache, und eine Reserve verschafft dir Zeit, das Modell zu verbessern.**

- 👧 Kind: Zähle alles – den Tisch und die Zitronen.
- 🧑 Teenager: drei Fragen zur Gewinnschwelle; drei Hebel.
- 🧔 Erwachsene:
- Vollkosten (einschließlich indirekter Kosten);
- Gewinnschwelle;
- wöchentlicher Geldplan;
- Betriebskapital für die ersten Monate.
- 🏗 Unternehmen: dein eigenes Gehalt im Preis; ein Hypothesenprotokoll; woher jeder Euro kommt.

**Dein Schritt in Pecuvo:** (1) Lege einen Bereich „Projekt: " an (Modul 9, Kapitel 7). (2) Trage die direkten und indirekten Kosten ein; berechne die Gewinnschwelle. (3) Erstelle einen wöchentlichen Geldplan für die ersten 12 Wochen. (4) Setze ein Ziel „Reserve für 3 Monate indirekter Kosten". (5) Vergleiche jede Woche Plan und Ist.

## Teste dich (3 Fragen pro Stufe)

- 👧 1. Welche Kosten zahlst du für jeden Becher, und welche nur einmal? 2. Was ist die Gewinnschwelle im Limonadenbeispiel? 3. Warum legen wir Geld für „die ersten Wochen" zur Seite?
- 🧑 1. Wie lautet die Formel für die Gewinnschwelle? 2. Welche drei Hebel gibt es? 3. Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Geldfluss?
- 🧔 1. Rechne: Preis 3 €, direkte Kosten 1,20 €, indirekte Kosten 900 € im Monat – wie viele Stücke im Monat (500)? 2. Warum kann einem profitablen Unternehmen das Geld ausgehen? 3. Was gehört zu Beginn zum Betriebskapital?

## Quellen (Übersicht)

- ✔ Die Berechnungen in den Beispielen (1.800 ÷ 1,20 = 1.500; 1.800 ÷ 1,40 ≈ 1.286; 1.800 ÷ 1,30 ≈ 1.385; 1.500 ÷ 1,20 = 1.250) – rechnerisch geprüft; die Beispiele sind fiktiv.
- ✔ BASE Program (baseprogram.bg) – Handbuch für ein erfolgreiches Unternehmen (auf Bulgarisch und Ukrainisch; lokale Ressource).
- Geprüft am 19.10. und 21.10.2026 (der Status steht bei jeder Zeile oben): Your Europe; BSMEPA; OpenStax, Managerial Accounting (Gewinnschwelle); Blank & Dorf; Sequoia Capital.
- EU (für die englische Version ergänzt, 21.10.2026): Richtlinie 2006/112/EG des Rates, Artikel 284, ersetzt durch die Richtlinie (EU) 2020/285 (Schwelle bis zu 85.000 €; gilt ab dem 1. Januar 2025) ✔; *Your Europe*, „Mehrwertsteuerbefreiungen" (grenzüberschreitende KMU-Regelung, EU-weiter Umsatz unter 100.000 €) ✔.
- Beispiel: Bulgarien: NRA, „Registrierung nach dem VATA" (Schwelle 51.130 € ab dem 01.01.2026) ✔.
- Die Beispiele und Formulierungen sind original.

[Unterrichtsblatt für Lehrkräfte — zum Ausdrucken (auf Englisch)](https://pecuvo.eu/en/teachers/flow-3-the-small-business/)
