Die Pecuvo-MünzePecuvo

Block I · Wie Geld funktioniert · Modul 4

Die Mechanik des Geldes

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Einstieg in das Modul

Ein Satz: Das meiste Geld wird heute nicht gedruckt, sondern aufgeschrieben – wenn jemand einen Kredit aufnimmt.

Nach dem Modul kannst du:

  • erklären, wer Banknoten herstellt und wer das Geld auf den Konten erschafft;
  • sagen, warum „die Bank verleiht das Erspartе anderer Leute“ ein Mythos ist;
  • erklären, was die Zentralbank mit dem Zinssatz macht und warum Geld manchmal schnell an Wert verliert.

Kapitel:

  1. Wer Geld macht
  2. Kredit erschafft Geld
  3. Zwei Mythen
  4. Was die Banken bremst
  5. Zinsen – der Preis des Geldes
  6. Inflation
  7. Hyperinflation → Das eiserne Prinzip des Moduls

Für die Jüngsten · 6–7 Jahre

🐣 Die Jüngsten: Das meiste Geld kann man heute nicht sehen. Es steht in einem großen Notizbuch der Bank. Wenn sich jemand etwas leiht, wird dort eine neue Zeile geschrieben. Was geliehen wurde, wird zurückgegeben – oft mit ein bisschen extra.

Gemeinsam spielen (5 Minuten): Bastelt aus einem Blatt Papier ein „Bank-Notizbuch“. Das Kind leiht einem Teddybären 5 Knöpfe und schreibt auf: „Teddy schuldet 5.“ Wenn Teddy sie zurückgibt, streicht ihr die Zeile gemeinsam durch.

Eine Frage für den Abend: „Warum glauben die Menschen wohl, was aufgeschrieben ist?“


Kapitel 1 · Wer Geld macht

👧 Kind Banknoten und Münzen macht die Zentralbank. Aber wusstest du, dass sie nur ein kleiner Teil des ganzen Geldes sind? Das meiste Geld sind Zahlen auf den Konten der Menschen. Die machen ganz normale Banken.

🧑 Teenager Es gibt zwei Arten von Geld:

  • Zentralbankgeld – Banknoten, Münzen und die Reserven, die die Banken bei ihr halten;
  • Geschäftsbankengeld – die Einlagen auf unseren Konten.

Im Vereinigten Königreich bestand 2014 das Geld, das die Menschen hielten, zu 97 % aus Bankeinlagen und nicht aus Banknoten (der Anteil ist seitdem sehr hoch geblieben).

🧔 Erwachsene Deshalb ist die Frage „Wie viel Geld gibt es?“ eine Frage nach den Bankbilanzen und nicht nach den Druckerpressen. Die Zentralbank setzt den Rahmen: den Zinssatz, die Regeln, die Reserven. Die Geschäftsbanken erschaffen den Großteil des Geldes, wenn sie Kredite vergeben. Im Euroraum verwalten die EZB und die nationalen Zentralbanken – seit 2026 auch die Bulgarische Nationalbank – das Zentralbankgeld.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Geld wird vom Staat gedruckt.“
  • Wahrheit: Banknoten gibt die Zentralbank aus. Das meiste Geld aber wird von den Banken als Einlagen erschaffen.

Wer profitiert? Die Banken verdienen Zinsen an den Krediten, die sie erschaffen.

Szene für 3D: zwei Maschinen – eine kleine Druckerpresse für Banknoten und eine riesige „Aufzeichnungsmaschine“ bei der Bank. Das Kind sieht, wie viel mehr Geld aus der zweiten herauskommt.

→ Weiter bei der Quelle

  • Bank of England – „Money creation in the modern economy“ (2014): https://www.bankofengland.co.uk/quarterly-bulletin/2014/q1/money-creation-in-the-modern-economy

Quellen

  • ✔ Bank of England Quarterly Bulletin 2014 Q1 (97 % – der einführende Artikel): https://www.bankofengland.co.uk/-/media/boe/files/quarterly-bulletin/2014/quarterly-bulletin-2014-q1

Kapitel 2 · Kredit erschafft Geld

👧 Kind Stell dir vor, die Bank hat ein großes Notizbuch. Wenn Mama einen Kredit für ein Auto aufnimmt, schreibt die Bank auf ihre Seite: „+10.000 € auf dem Konto“. Und auf die eigene Seite schreibt sie: „Mama schuldet uns 10.000 €.“ Dieses Geld gab es vorher nicht – es ist mit zwei Einträgen entstanden. Wenn Mama den Kredit zurückzahlt, werden beide Einträge gelöscht, und das Geld verschwindet. Das ist keine Zauberei – das ist Buchhaltung. Und die Bank kann nicht beliebig viel schreiben: Regeln und Zinssätze halten sie in Schach (Kapitel 4).

🧑 Teenager Die Bank of England (2014) sagt es klar: Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, erschafft sie eine neue Einlage auf dem Konto des Kreditnehmers. Sie nimmt das Geld nicht vom Konto eines Sparers. Wird der Kredit zurückgezahlt, wird das Geld vernichtet. Deshalb wächst die Geldmenge in der Wirtschaft, wenn Menschen und Unternehmen Kredite aufnehmen, und sie schrumpft, wenn sie zurückzahlen.

🧔 Erwachsene In der Bilanz der Bank ist der Kredit ein Aktivum (eine Forderung) und die neue Einlage eine Verbindlichkeit (eine Verpflichtung). Beide entstehen gleichzeitig. Wenn der Kreditnehmer jemandem bei einer anderen Bank zahlt, muss die erste Bank Reserven (Zentralbankgeld) an die zweite überweisen. Deshalb halten Banken Liquidität vor und leihen sich gegenseitig Geld. Dieser Mechanismus liegt allem in Modul 1 (Stockholms Banco), Modul 3 (eine Einlage ist eine Forderung) und Modul 7 (Kredit und Zinsen) zugrunde.

🎓 Die wissenschaftliche Grundlage: Bildung zum Thema Kredit wirkt am besten direkt vor der Entscheidung – die erste Kreditkarte, der erste Konsumentenkredit (Fernandes et al., 2014; Kaiser & Menkhoff, 2017). Deshalb führt dieses Kapitel direkt zu Modul 7 (Zinsen und der effektive Jahreszins [jährlicher Gesamtkostensatz des Kredits]) und zum Schritt im Portfolio.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Das Geld deines Kredits sind die Ersparnisse von jemand anderem.“
  • Wahrheit: Es ist eine neue Einlage, die im Moment der Kreditvergabe erschaffen wird.

Wer profitiert? Die Bank – durch die Zinsen. Die Wirtschaft – wenn der Kredit in Arbeit und Produktion fließt. Sie verliert, wenn er in Blasen fließt (Immobilien, die nur steigen, weil sie auf Kredit gekauft werden).

Szene für 3D: ein Notizbuch mit zwei Seiten. Das Kind drückt „Kredit“ – auf beiden Seiten leuchtet eine Zahl auf. Es drückt „zurückzahlen“ – und beide gehen aus.

→ Weiter bei der Quelle

  • Bank of England – der Artikel und sein Video: https://www.bankofengland.co.uk/quarterly-bulletin/2014/q1/money-creation-in-the-modern-economy
  • Perry Mehrling (Columbia) – „Economics of Money and Banking“ (Coursera), zur Vertiefung.

Quellen

  • ✔ McLeay, Radia & Thomas, Bank of England QB 2014 Q1 (die Adresse oben; PDF: https://www.bankofengland.co.uk/-/media/boe/files/quarterly-bulletin/2014/money-creation-in-the-modern-economy)

Kapitel 3 · Zwei Mythen

👧 Kind Manche Leute denken, die Bank nimmt einfach das Geld des einen und gibt es einem anderen. Andere denken, die Bank „vervielfacht“ das Geld mit einer bestimmten Zahl. Beides stimmt nicht ganz.

🧑 Teenager Die Bank of England lehnt zwei Lehrbuchmodelle ab:

  1. „Banken sind nur Vermittler – sie verleihen das Geld der Sparer.“
  2. „Banken vervielfachen Zentralbankgeld mit einem Geldmultiplikator.“

In Wirklichkeit vergeben die Banken zuerst den Kredit und suchen dann die Reserven, die sie brauchen. Die Zentralbank stellt sie zu dem Preis bereit, den sie festlegt – dem Zinssatz.

🧔 Erwachsene Warum sich der Mythos hält: Er ist bequem und „leicht vorstellbar“. Aber er führt zu falschen Schlüssen, zum Beispiel: „Wenn die Zentralbank Reserven druckt, vervielfacht sich der Kredit automatisch.“ Die quantitative Lockerung (QE) nach 2008 hat gezeigt, dass riesige Reserven nicht unbedingt riesige Kreditvergabe bedeuten. Banken vergeben Kredite, wenn es Nachfrage gibt und einen Gewinn bei vertretbarem Risiko.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Es gibt einen festen Multiplikator – 1 Euro Reserven wird zu 10 Euro Kredit.“
  • Wahrheit: Es gibt keinen mechanischen Zusammenhang. Zinssatz, Nachfrage, Risiko und Regeln entscheiden.

Wer profitiert von dem Mythos? Der Mythos lässt Banken wie passive Verwalter von Ersparnissen aussehen und nicht wie Schöpfer von Geld, die daran verdienen.

Szene für 3D: ein altes Lehrbuch, dessen Seite über den „Multiplikator“ zerbröckelt, und darunter erscheint das wirkliche Schaubild mit dem Notizbuch.

→ Weiter bei der Quelle

  • Bank of England, 2014 (die Adresse in Kapitel 2).

Quellen

  • ✔ Bank of England QB 2014 Q1 – die Ablehnung der beiden Modelle.

Kapitel 4 · Was die Banken bremst

👧 Kind Wenn die Bank Geld in ihr Notizbuch schreiben kann, warum schreibt sie dann nicht Millionen? Weil die Menschen ihre Kredite zurückzahlen müssen. Wenn die Bank an Leute verleiht, die nicht zurückzahlen können, verliert sie. Und es gibt Wächter, die sie kontrollieren.

🧑 Teenager Banken werden begrenzt durch:

  • den Zinssatz, den die Zentralbank festlegt – je höher er ist, desto weniger Menschen wollen einen Kredit;
  • das Risiko – schlechte Kredite bringen Verluste;
  • die Regeln – das Kapital, das eine Bank für ihre Kredite vorhalten muss, und die Liquidität;
  • die Nachfrage – jemand muss den Kredit brauchen.

🧔 Erwachsene Kapitalanforderungen (die Basler Regeln) und Aufsicht (im Euroraum die EZB über den Einheitlichen Aufsichtsmechanismus) begrenzen, wie viele riskante Kredite eine Bank im Verhältnis zu ihrem Kapital haben darf ✔. Die Zentralbank beeinflusst die Kreditvergabe vor allem über den Zinssatz und über Wertpapierkäufe. Wenn all das versagt, folgen Bankenkrisen – Modul 2 (Bulgarien 1996) und Kapitel 7.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Wenn Banken Geld erschaffen, können sie es ohne Grenzen erschaffen.“
  • Wahrheit: Jeder Kredit bringt Risiko und Kapitalkosten mit sich. Banken scheitern, wenn sie das vergessen.

Wer profitiert? Die Aufsicht schützt Einleger und Steuerzahler, die sonst für die Rettung zahlen müssten.

Szene für 3D: Die Aufzeichnungsmaschine hat drei Bremsen – Zinssatz, Kapital, Risiko. Das Kind schaltet eine ab und sieht, wie die Maschine heiß läuft.

→ Weiter bei der Quelle

  • EZB – Bankenaufsicht: https://www.bankingsupervision.europa.eu ✔

Quellen

  • ✔ Bank of England QB 2014 Q1 (die Beschränkungen).
  • ✔ Basel III; der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (seit November 2014 in Betrieb) – https://www.bankingsupervision.europa.eu

Kapitel 5 · Zinsen – der Preis des Geldes

👧 Kind Zinsen sind „Miete“ für Geld. Wenn du dir Geld leihst, zahlst du Miete. Wenn du bei der Bank sparst, zahlt dir die Bank ein bisschen Miete.

🧑 Teenager Die Zentralbank legt den Leitzins fest – den Preis, zu dem sich Banken bei ihr Geld leihen und Geld bei ihr anlegen. Wenn die Inflation hoch ist, steigt der Zins: Kredite werden teurer, die Ausgaben verlangsamen sich, die Preise steigen langsamer. Wenn die Wirtschaft schwach ist, sinkt der Zins. Das Ziel der EZB ist 2 % Inflation mittelfristig. Seit 2021 ist das Ziel symmetrisch: Eine Inflation unter 2 % ist genauso unerwünscht wie eine über 2 %. Die Strategieüberprüfung im Juni 2025 hat dieses Ziel bestätigt.

🧔 Erwachsene Vom Zinssatz der Zentralbank bis zum Zinssatz deines Kredits gibt es eine Kette: der Interbankenmarkt → Zinsen für Kredite und Einlagen → die Entscheidungen von Unternehmen und Haushalten → Preise. Die Kette braucht Monate und ist nicht präzise. Deshalb sprechen Zentralbanken von der „mittleren Frist“. Die frühere Formulierung der EZB („unter, aber nahe 2 %“) wurde als Obergrenze verstanden und hat die Erwartungen wahrscheinlich nach unten gezogen. Deshalb wurde sie 2021 geändert.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Ein niedriger Zinssatz ist immer gut.“
  • Wahrheit: Er ist gut für Schuldner und schlecht für Sparer. Bleibt er zu lange niedrig, kann er die Immobilienpreise aufblähen.

Wer profitiert? Bei hohen Zinsen – Sparer und Banken. Bei niedrigen Zinsen – Schuldner und Immobilienkäufer.

Szene für 3D: ein Wasserhahn mit einem Regler „Zinssatz“ über einem großen Becken namens „die Wirtschaft“. Das Kind dreht daran und sieht, wie schnell sich das Becken füllt und ob es überläuft (Inflation).

→ Weiter bei der Quelle

  • EZB – die geldpolitische Strategie: https://www.ecb.europa.eu/mopo/strategy/html/index.en.html
  • EZB – Erklärungen zu den Zinssätzen (ECB explainers): https://www.ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/html/index.en.html

Quellen

  • ✔ EZB, Strategie 2021 (2 %, symmetrisch, mittelfristig) – bestätigt durch Suomen Pankki und die Bank von Israel: https://www.suomenpankki.fi/en/Monetary-policy/ECBs-monetary-policy-strategy/
  • ✔ BIS Review (die Asymmetrie der alten Formulierung): https://www.bis.org/review/r220218i.pdf

Kapitel 6 · Inflation

👧 Kind Inflation heißt, dass die Dinge teurer werden und man für das gleiche Geld weniger bekommt. Wie ein Eis, das jeden Tag ein bisschen schmilzt – es verschwindet nicht auf einmal, aber es wird kleiner.

🧑 Teenager Es gibt mehrere Ursachen, und oft wirken sie zusammen:

  • die Nachfrage ist größer als das, was produziert werden kann;
  • die Kosten springen nach oben – Energie, Rohstoffe;
  • die Erwartungen – wenn alle erwarten, dass die Preise steigen, erhöhen sie ihre Preise früher;
  • das Geld wächst schneller als Waren und Dienstleistungen.

„Die Zentralbank druckt, und deshalb gibt es Inflation“ ist zu einfach.

🧔 Erwachsene Moderate Inflation (um 2 %) gilt als sicherer als Deflation, weil Deflation die Menschen dazu bringt, Käufe aufzuschieben, und Schulden schwerer macht (Modul 2, Kapitel 3). Der Schlüssel sind die Erwartungen. Wenn die Menschen glauben, dass die Zentralbank die Inflation niedrig hält, bleibt sie leichter niedrig. Deshalb ist Vertrauen eine echte wirtschaftliche Ressource.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Inflation kommt nur vom Gelddrucken.“
  • Wahrheit: Geld ist nur eine der Ursachen. Energieschocks, Nachfrage und Erwartungen wiegen oft schwerer.

Wer profitiert? Schuldner mit festem Zinssatz. Sparer und Menschen mit festem Einkommen verlieren.

Szene für 3D: ein Einkaufskorb. Das Kind lässt „die Zeit laufen“ – die Preise im Regal steigen, und der Korb, den man mit 20 € füllen kann, wird kleiner.

→ Weiter bei der Quelle

  • EZB – „Was ist Inflation?“ (ECB explainers): https://www.ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/html/index.en.html

Quellen

  • ✔ EZB, die Explainers (die Liste funktioniert; „What is inflation?“ ist darin enthalten) – https://www.ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/html/index.en.html

Kapitel 7 · Hyperinflation

👧 Kind Manchmal steigen die Preise so schnell, dass Geld fast nichts mehr wert ist. Vor 100 Jahren trugen die Menschen in Deutschland Geld in Schubkarren für einen Laib Brot. Dann machten sie neues Geld und beendeten den Wahnsinn.

🧑 Teenager Drei Geschichten:

  • Deutschland, 1923: Im November 1923 war 1 Dollar etwa 4,2 Billionen Mark wert. Am 15. November 1923 wurde die Rentenmark ausgegeben: 1 Rentenmark = 1 Billion alte Mark.
  • Simbabwe, 2008: Im November 2008 wurde die monatliche Inflation auf etwa 79,6 Milliarden Prozent geschätzt (Hanke & Kwok). Oft wird sie mit der noch größeren Jahreszahl verwechselt.
  • Bulgarien, 1997: monatliche Inflation von 243 % im Februar 1997 (IWF) – Modul 2, Kapitel 7.

🧔 Erwachsene Was die drei Fälle gemeinsam haben:

  • der Staat finanziert seine Ausgaben mit neuem Geld;
  • das Vertrauen in die Währung bricht zusammen;
  • die Menschen flüchten in Fremdwährung und Sachwerte.

Der Ausweg ist immer ein neuer Anker des Vertrauens:

  • in Deutschland – die Rentenmark, (zumindest auf dem Papier) gedeckt durch Grund und Boden und Immobilien;
  • in Bulgarien – das Währungsamt (Currency Board);
  • in Simbabwe – ausländische Währungen.

Hyperinflation kommt nicht „aus dem Nichts“. Sie ist das Ergebnis von Entscheidungen und von verlorenem Vertrauen.

Mythos → Wahrheit

  • Mythos: „Hyperinflation ist eine Naturkatastrophe.“
  • Wahrheit: Sie hat klare Ursachen und klare Auswege – Disziplin und Vertrauen.

Wer profitiert? Schuldner (ihre Schulden schmelzen dahin) und die, die Fremdwährung oder Sachwerte halten. Sparer verlieren – manchmal die Ersparnisse eines ganzen Lebens.

Szene für 3D: drei Räume – Berlin 1923, Harare 2008, Sofia 1997. In jedem tickt der Brotpreis im Schaufenster wie eine Uhr. Das Kind zieht den Hebel „neuer Anker“, und die Uhr bleibt stehen.

→ Weiter bei der Quelle

  • Der Bundestag – 100 Jahre Weimar, Hyperinflation: https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/100-jahre-weimar/hyperinflation-970722
  • Johns Hopkins – „What hyperinflation looks like“: https://magazine.jhu.edu/2009/08/27/what-hyperinflation-looks-like

Quellen

  • ✔ Bundestag (4,2 Billionen Mark je Dollar im November 1923) – die Adresse oben.
  • ✔ Die Rentenmark, 15.11.1923, 1 : 1 Billion (Wikipedia; Börsen-Zeitung) – https://www.boersen-zeitung.de/konjunktur-politik/vor-90-jahren-das-ende-der-deutschen-hyperinflation · ✔ Die Verordnung über die Deutsche Rentenbank stammt vom 15.10.1923 (RGBl. I S. 963), die ersten Rentenmark-Scheine wurden am 15.11.1923 ausgegeben, und der Kurs von 1 Billion (Papier-)Mark = 1 Rentenmark galt ab Ende November 1923 (Geigant, „Das Wunder der Rentenmark“, Kredit und Kapital 37(3), 2004, 418–431, DOI 10.3790/ccm.37.3.418, CC BY 4.0, geöffnet am 21.10.2026).
  • ✔ Hanke & Kwok (Simbabwe) – JHU, die Adresse oben.
  • ✔ IWF, PIN 97/15 (Bulgarien) – siehe Modul 2.

Das eiserne Prinzip des Moduls

Jeder Kredit ist Geld, das heute entsteht und verschwindet, wenn du ihn zurückzahlst – mit Zinsen. Leihe dir nur dann etwas von deinem zukünftigen Ich, wenn dieses zukünftige Ich einverstanden wäre.

  • 👧 Kind: „Wenn ich mir jetzt etwas leihe, was muss ich zurückgeben, und wann?“
  • 🧑 Teenager: „Jetzt kaufen, später zahlen“ ist auch ein Kredit. Wie viel zahlst du insgesamt?
  • 🧔 Erwachsene: Was gibt dir das, wofür du dir Geld leihst, zurück? Mehr, als es mit den Zinsen kostet (Modul 7 – der effektive Jahreszins)?

Dein Schritt in Pecuvo: Erfasse jeden Kredit als Konto „Schuld“ und setze ein Ziel „Rückzahlung“. Sieh nach, wie viele Monate er in deinem Leben bleibt und wie viel er an Zinsen kostet.

Teste dich (3 Fragen pro Stufe)

  • 👧 1. Wer macht Banknoten? 2. Was schreibt die Bank in ihr Notizbuch, wenn sie einen Kredit vergibt? 3. Was ist Inflation?
  • 🧑 1. Was passiert mit dem Geld, wenn du einen Kredit zurückzahlst? 2. Welche zwei Mythen lehnt die Bank of England ab? 3. Warum ist das Ziel der EZB „symmetrisch“?
  • 🧔 1. Was begrenzt die Kreditvergabe der Banken? 2. Warum haben die riesigen Reserven nach 2008 keine riesige Kreditvergabe hervorgebracht? 3. Was haben Deutschland 1923, Simbabwe 2008 und Bulgarien 1997 gemeinsam?

Unterrichtsblatt für Lehrkräfte — zum Ausdrucken (auf Englisch)

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